Abegg-Stiftung Riggisberg, 24. April bis 13. November 2016

Adler, Gazellen, Löwen oder auch prächtige Pfauen beleben die Stoffe, in die sich einst die Eliten der Gesellschaft kleideten. Die kostbaren Gewebe sind materielle Zeugnisse adeliger Kultur. Ihre Darstellungen spielen an auf das Privileg der Jagd oder auf das Konzept der höfischen Liebe. Unter Einbezug literarischer Texte, von den Metamorphosen des Ovid über mittelalterliche Versromane bis hin zum Minnesang, beleuchtet die Sonderausstellung 2016 die Bedeutung dieser oft märchenhaft anmutenden textilen Bilder.

Sinnbildliche Ausdeutungen
Viele Tiermotive können mit Hilfe des Physiologus gedeutet werden. Dieser naturkundliche Text eines spätantiken griechischen Autors war im christlichen Mittelalter weit verbreitet. Er setzt allegorische Bezüge, insbesondere zum Leben und Wirken Jesu. | Seidengewebe mit Pelikanen und Hunden, Italien, 2. Hälfte 14. Jahrhundert, Inv. Nr. 152

Tier, Minne und Minneburg
Von kläffenden Hunden bewachte Burgen stehen für die behütete Minne, das literarische Konzept der höfischen Liebe. Die mittelalterliche Dichtung gibt diese Motive vor. Sie bietet Idealentwürfe einer adeligen Gesellschaftskultur. | Zwei Seidengewebe mit Burgen, Hunden und weiteren Tieren, beide Italien, 2. Viertel bis 2. Hälfte 14. Jahrhundert, Inv. Nrn. 195 und 210a–b

Textquelle: Website Abegg-Stiftung Riggisberg

Bildquelle: Website Abegg-Stiftung Riggisberg